verstehen

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ver|ste|hen [fɛɐ̯'ʃte:ən], verstand, verstanden:
1. <tr.; hat deutlich hören, klar vernehmen:
der Vortragende sprach so laut, dass alle im Saal ihn gut verstehen konnten.
Syn.: vernehmen (geh.).
2.
a) <tr.; hat Sinn und Bedeutung (von etwas) verstandesmäßig erfassen; begreifen:
ich habe seine Argumente verstanden; dieses Buch ist schwer zu verstehen.
Syn.: auffassen, durchblicken durch (ugs.), 2durchschauen, einsehen, erkennen, fassen, intus kriegen (ugs.), kapieren, mitbekommen, realisieren, schalten (ugs.), sehen, sich durchfinden durch, sich klar werden über.
b) <tr.; hat den Grund (für etwas) einsehen; aus einem gewissen Einfühlungsvermögen heraus richtig beurteilen und einschätzen können:
erst jetzt verstehe ich sein sonderbares Verhalten.
Syn.: verständlich sein.
c) <tr.; hat Verständnis für jmdn., etwas haben:
nur seine engsten Freunde verstanden ihn; [keinen] Spaß verstehen.
d) <+ sich> gleicher Meinung sein, gleiche Ansichten haben:
in dieser Frage verstehe ich mich mit ihm [gut, nicht].
3. <itr.; hat gut kennen, können; gelernt haben:
sein Handwerk, Metier, seinen Beruf verstehen.
Syn.: sich auskennen, in- und auswendig kennen, wie seine Westentasche kennen, zu Hause sein in.

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ver|ste|hen1 〈V. 251; hat
I 〈V. tr.〉
1. etwas od. jmdn. \verstehen hören (können)
2. etwas \verstehen begreifen, den Sinn von etwas erfassen können, beherrschen, gelernt haben
3. jmdn. \verstehen
3.1 den Sinn dessen, was jmd. sagt, erfassen, begreifen, sich klarmachen können
3.2 sich in jmdn. hineinversetzen können, sich in jmds. Lage versetzen können
● jetzt verstehe ich! (erg.: es); ich habe es gehört, aber nicht verstanden; ich verstehe dich nicht!; das wirst du erst \verstehen, wenn du älter bist; er versteht (es gut), mit Kindern umzugehen ● Englisch, Französisch \verstehen; ich verstehe etwas Englisch, kann es aber selbst nicht sprechen; Spaß \verstehen einen Spaß nicht gleich übelnehmen; keinen Spaß \verstehen jeden Spaß gleich übelnehmen, überempfindlich sein; dieses Wort, diesen Satz verstehe ich nicht; sprich lauter, deutlicher, ich verstehe kein Wort!; bei dem Lärm kann man sein eigenes Wort nicht \verstehen ● jmdm. etwas zu \verstehen geben jmdm. etwas andeutend sagen ● das muss man bildlich (nicht wörtlich) \verstehen; etwas falsch, richtig \verstehen; etwas falsch \verstehen 〈fig.〉 etwas falsch auslegen, falsch deuten (u. sich dann verletzt fühlen od. es übelnehmen); bitte \verstehen Sie mich nicht falsch, wenn ich Ihnen das sage; ich kann Sie gut \verstehen 〈a. fig.〉; er erledigte es, so gut er es verstand so gut er es vermochte; das Buch ist leicht, schwer zu \verstehen; wenn ich dich richtig verstanden habe, so meinst du, dass ...; ich habe ihn am Telefon nur schwer, schlecht, kaum \verstehen können ● wir \verstehen unter „Freiheit“ Folgendes wir meinen mit „Freiheit“ Folgendes; unter „Esprit“ versteht man nicht nur „Geist“, sondern auch „Witz“; etwas von einer Sache \verstehen Kenntnisse in einer S. haben, eine S. beherrschen; er versteht etwas, viel von alter Malerei; von Musik, von Technik verstehe ich nichts; davon verstehst du nichts! (als ablehnende Antwort, wenn man Fragen zurückweisen will)wie verstehst du diesen Ausdruck?; wie soll ich das \verstehen? wie ist das gemeint?, was ist damit gemeint? ● er nickte \verstehend; ein \verstehender Blick ein verständnisvoller B.; verstanden? (hast du es) begriffen?; 〈umg.〉 merk dir das, ich sage es nicht noch einmal! (als Zurechtweisung)
II 〈V. refl.〉
1. sich \verstehen klar sein, selbstverständlich sein
2. sich/einander \verstehen gut miteinander auskommen, selten miteinander Streit haben, geistig verwandt sein, die gleichen Interessen, Ansichten, Ziele haben
● versteht sich! natürlich!; gewiss!; klar!; das versteht sich von selbst das ist selbstverständlich, das braucht nicht erwähnt zu werden; ich möchte mir ein Zimmer mieten, möbliert, versteht sich!; die beiden \verstehen sich/einander gut, schlecht, nicht; wir \verstehen uns/einander ● sich auf etwas \verstehen etwas ausüben können, gelernt haben, mit etwas umgehen können; er versteht sich auf die Behandlung schwieriger Kunden; er versteht sich aufs Fotografieren, Tapezieren; er versteht sich auf Pferde; ich verstehe mich (nicht) darauf; sich dazu \verstehen, etwas zu tun sich entschließen, sich bereitfinden, etwas zu tun; er konnte sich nicht dazu \verstehen, uns das Radio heute Abend noch zu reparieren; ich kann mich nur schwer dazu \verstehen, das so zu machen; sich mit jmdm. \verstehen gut mit jmdm. auskommen, die gleichen Interessen haben, ähnlich empfinden; ich verstehe mich gut, schlecht, nicht mit ihr; der Preis versteht sich mit Bedienung, mit Lieferung frei Haus schließt B., L. ein
[<mhd. versten, verstan „eine klare Vorstellung von etwas haben, etwas können“ <ahd. fistan „wahrnehmen, geistig auffassen, erkennen“; → stehen]
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ver|ste|hen2 〈V. tr. 251; hat; umg.〉 Zeit \verstehen stehend verbringen, vergeuden ● ich kann meine Zeit hier nicht unnütz \verstehen; ich habe keine Lust, meine Zeit mit stundenlangem Warten zu \verstehen

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ver|ste|hen <unr. V.; hat [mhd. verstēn, verstān, ahd. firstān, zu stehen]:
1. (Gesprochenes) deutlich hören:
ich konnte alles, jedes Wort, keine Silbe v.;
der Redner war auch hinten gut zu v.;
ich konnte sie bei dem Lärm nicht v.
2.
a) den Sinn von etw. erfassen; etw. begreifen:
einen Gedankengang, Zusammenhang v.;
eine Frage nicht v.;
das verstehst du noch nicht;
das verstehe [nun] einer!;
sie hat nicht verstanden, worum es geht;
das versteht doch kein Mensch!;
Krankheiten, die man v. (erkennen) und heilen will;
<auch ohne Akk.-Obj.:> ja, ich verstehe!;
sie verstand nicht gleich;
du bleibst hier, verstehst du/[hast du] verstanden!;
jmdm. etw. zu v. geben (jmdm. gegenüber etw. aus bestimmten Gründen nicht direkt sagen, sondern nur andeuten: ich habe ihr deutlich zu v. gegeben, dass ich dies ablehne);
sich [von selbst] v. (keiner ausdrücklichen Erwähnung bedürfen; selbstverständlich sein: dass ich dir helfe, versteht sich von selbst);
b) in bestimmter Weise auslegen, deuten, auffassen:
jmds. Verhalten nicht v.;
sie hat deine Worte falsch verstanden;
das ist als Drohung, als Aufforderung, als Kritik zu v. (gemeint);
das ist in einem andern Sinne zu v. (gemeint);
was versteht man unter (was bedeutet) Regression?;
wie soll ich das v.? (wie ist das gemeint?);
unter Freiheit versteht jeder etwas anderes (jeder legt den Begriff anders aus);
versteh mich bitte richtig!;
damit wir uns verstehen: Punkt acht Uhr ist der letzte Termin!;
<auch ohne Akk.-Obj.:> wenn ich recht verstehe, willst du ablehnen;
c) <v. + sich> ein bestimmtes Bild von sich haben; sich in bestimmter Weise, als jmd. Bestimmtes sehen:
er versteht sich als Mittler, als neutraler Beobachter/(seltener auch:) als neutralen Beobachter;
diese Staaten verstehen sich als blockfrei;
d) <v. + sich> (Kaufmannsspr.) (von Preisen) in bestimmter Weise gemeint sein:
der Preis versteht sich ab Werk, einschließlich Mehrwertsteuer.
3.
a) sich in jmdn., in jmds. Lage hineinversetzen können; Verständnis für jmdn. haben, zeigen:
keiner versteht mich!;
sie fühlt sich von ihm nicht verstanden;
b) (jmds. Verhaltensweise, Haltung, Reaktion, Gefühl von dessen Standpunkt gesehen) natürlich, konsequent, richtig, normal finden:
ich verstehe deine Reaktion, deinen Ärger sehr gut;
ich kann keine Ausnahme machen, das müssen Sie v. (einsehen);
verstehen Sie Spaß (haben Sie Humor)?
4. <v. + sich> mit jmdm. gut auskommen, ein gutes Verhältnis haben:
sich glänzend, prächtig, überhaupt nicht v.;
wie verstehst du dich mit deiner Schwiegermutter?
5.
a) gut können, beherrschen:
sein Handwerk, seine Sache v.;
sie versteht es [meisterhaft], andere zu überzeugen;
sie versteht (hat die Gabe) zu genießen;
sie versteht nicht zu wirtschaften;
sie versteht es nicht besser (ugs.; sie tut das nur aus Unbeholfenheit);
b) (in etw.) besondere Kenntnisse haben, sich (mit etw., auf einem bestimmten Gebiet) auskennen [u. daher ein Urteil haben]:
sie versteht etwas, nichts von Musik;
was verstehst du von Frauen?;
c) <v. + sich> zu etw. befähigt, in der Lage sein:
er versteht sich aufs Kochen;
d) <v. + sich> mit etw. Bescheid wissen, etw. gut kennen u. damit gut umzugehen wissen:
sie versteht sich auf Pferde.
6. <v. + sich> (veraltend) sich mit Überwindung zu etw. doch bereitfinden:
sich zu einer Entschuldigung, zu Schadenersatz v.

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Verstehen,
 
1) das Erfassen von Zusammenhängen (zwischen Dingen, Menschen und Gedanken), entweder unmittelbar zum Zeitpunkt des Erfassens (Aha-Erlebnis) oder durch Abrufen des aus früherem Erfassen resultierenden Wissens; 2) das nachvollziehende, sich hineinversetzende Begreifen von seelischen Zuständen (Gefühle, Motivationen) anderer Menschen; 3) das Erfassen einer Bedeutung, besonders eines Symbol- oder Regelsystems, z. B. einer Sprache oder eines Spiels.
 
Auf einer ersten Ebene kann man einzelne sprachliche oder nichtsprachliche Handlungen dadurch verstehen, dass man sie als Aktualisierung eines Schemas, als Befolgung einer Regel oder als Verfolgung eines Zwecks oder einer Intention darstellt. Auf einer zweiten Ebene wird die Aufgabe des Verstehens dadurch charakterisierbar, dass nicht nur einzelne Handlungen, sondern ganze Handlungszusammenhänge (Reden, Texte, historische oder soziale Rede- und Handlungszusammenhänge) übergreifenden (meist intentionalen) Darstellungsmöglichkeiten zugeordnet werden. Auf dieses Verstehen, v. a. auf das Textverstehen, hat sich die traditionelle Hermeneutik konzentriert. Sieht man in den Schemata, Regeln und Intentionen den »Sinn« unseres Handelns, dann stellt das Verstehen als Suche eines solchen allgemeinen Sinns für einzelne Handlungen das Sinnverstehen dar. In der Tradition v. a. der juristischen Gesetzesauslegung ist das Verstehen eine Fähigkeit oder Fertigkeit, Schemata zu aktualisieren, Regeln anzuwenden und Intentionen zu verwirklichen. - In der Tradition sind v. a. Wege gesucht worden, auf denen man die Sicherung eines bestimmten Verstehensvorschlags gewährleisten kann, wie z. B. in der Hermeneutik oder in den verstehenden Sozialwissenschaften; in diesem Zusammenhang ist auch, besonders einflussreich durch W. Dilthey, ein Unterschied von erklärenden Naturwissenschaften und verstehenden Geisteswissenschaften konstruiert worden.
 
 
Neue Versuche über Erklären u. V., hg. v. K.-O. Apel u. a. (1978);
 J. Schmücker-Hartmann: Logik des V. (1979);
 G. H. von Wright: Erklären u. V. (a. d. Engl., 31991).
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
Mensch: Auf der Suche nach den Ursprüngen des typisch Menschlichen
 

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ver|ste|hen <unr. V.; hat [mhd. verstēn, verstān, ahd. firstān, zu ↑stehen, Bedeutungsentwicklung unklar]: 1. (Gesprochenes) deutlich hören: ich konnte alles, jedes Wort, keine Silbe v.; der Redner war noch in der letzten Reihe gut zu v.; ich konnte sie bei dem Lärm nicht v.; vor drei Wochen bekam ich in Frankfurt ein schwer zu verstehendes Ferngespräch aus Addis Abeba (Grzimek, Serengeti 64). 2. a) den Sinn von etw. erfassen; etw. begreifen: einen Gedankengang, Zusammenhang v.; eine Frage, eine Geste nicht v.; hast du sie verstanden? (hast du begriffen, was sie gemeint hat?); das verstehst du noch nicht; Vielleicht verstehe ich die männlichen Standpunkte nicht ganz (Maass, Gouffé 247); das verstehe [nun] einer!; sie hat nicht verstanden, worum es geht; Ich verstehe plötzlich, was Wernicke gemeint hat (Remarque, Obelisk 138); das versteht doch kein Mensch (das ist zu verworren, zu kompliziert, zu unklar o. Ä.); von zahllosen genetisch bedingten Krankheiten, die man v. (erkennen) und später einmal heilen wolle (natur 2, 1991, 46); <auch o. Akk.-Obj.:> ja, ich verstehe!; Hans Castorp verstand nicht gleich (Th. Mann, Zauberberg 196); du bleibst hier, verstehst du/verstanden! (als barsche Aufforderung); *jmdm. etw. zu v. geben (jmdm. gegenüber etw. aus bestimmten Gründen nicht direkt sagen, sondern nur andeuten): ich habe ihr deutlich zu v. gegeben, dass ich ihr Verhalten missbillige; ich sah genau den Blick, mit dem er den anderen zu v. gab: Den habe ich reingelegt (Bieler, Bonifaz 79); sich [von selbst] v. (keiner ausdrücklichen Erwähnung bedürfen; selbstverständlich sein): dass ich dir helfe, versteht sich von selbst; Meine Fahrkarte, versteht sich, war in bester Ordnung (Th. Mann, Krull 143); b) in bestimmter Weise auslegen, deuten, auffassen: jmds. Verhalten nicht v.; sie hat deine Worte falsch verstanden (ihnen eine falsche Auslegung gegeben, sie missverstanden); Er verstand die Heilige Schrift als einen Cicerone für die Ewigkeit (Nigg, Wiederkehr 82); Die Bemerkung Diderots ist bald als Metapher verstanden worden (Fest, Im Gegenlicht 359); das ist als Drohung, als Aufforderung, als Kritik zu v. (gemeint); das ist in einem andern Sinne zu v. (gemeint); Was versteht man unter (was bedeutet) Kohäsion? (Remarque, Westen 66); unter Freiheit versteht jeder etwas anderes (jeder legt den Begriff anders aus); wie soll ich das v.? (wie ist das gemeint?); Das sei natürlich symbolisch zu v. (Wiechert, Jeromin-Kinder 824); versteh mich bitte richtig, nicht falsch!; Damit wir uns richtig verstehen, Jürgen. Sie sollen die Unruhestifter lokalisieren (Chotjewitz, Friede 221); das ist eine falsch verstandene Loyalität; auch o. Akk.-Obj.:> wenn ich recht verstehe, willst du nicht mehr mitmachen; c) <v. + sich> ein bestimmtes Bild von sich haben; sich in bestimmter Weise, als jmd. Bestimmtes sehen: Gustav Heinemann hat sich als Bürgerpräsident verstanden (W. Brandt, Begegnungen 300); Eine Pädagogik, die sich heute noch als Tochter der Aufklärung versteht (Th. Mann, Zauberberg 554); von Staaten, die sich als „blockfrei“ verstehen (Rhein. Merkur 2. 2. 85, 8); d) <v. + sich> (Kaufmannsspr.) (von Preisen) in bestimmter Weise gemeint sein: der Preis versteht sich ab Werk, einschließlich Mehrwertsteuer. 3. a) sich in jmdn., in jmds. Lage hineinversetzen können; Verständnis für jmdn. haben, zeigen: keiner versteht mich!; sie ist die Einzige, die mich versteht; Auf die Menschen, auf den Kunden muss ein Verkäufer eingehen, sie v. lernen, um sein Produkt erfolgreich an den Mann oder die Frau zu bringen (CCI 13, 1998, 56); sie fühlt sich von ihm nicht verstanden; Ich zähle mich zu jenen, die versuchen, die Tiere aus sich selbst heraus zu v. (Stern, Mann 65); b) (jmds. Verhaltensweise, Haltung, Reaktion, Gefühl von dessen Standpunkt gesehen) natürlich, konsequent, richtig, normal finden: ich verstehe deine Reaktion, deinen Ärger sehr gut; sie verstand meinen Entschluss, nicht zu fliegen (Frisch, Homo 86); Ich verstehe nicht, wie man Lehrerin an einer Schule werden kann, die man selbst neun Jahre besucht hat (Böll, Adam 69); ich kann bei Ihnen keine Ausnahme machen, das müssen Sie [schon] v. (einsehen); Ich bilde mir ein, einen Spaß zu v. (Humor zu haben; Th. Mann, Buddenbrooks 217). 4. <v. + sich> mit jmdm. gut auskommen, ein gutes Verhältnis haben: sich glänzend, prächtig, überhaupt nicht v.; wie verstehst du dich mit deiner Schwiegermutter?; die beiden verstehen sich nicht besonders; Um die Zeit verstanden sich meine Eltern nicht mehr so gut miteinander (Hornschuh, Ich bin 4). 5. a) gut können, beherrschen: sein Handwerk, seine Sache v.; Der neue Mann war ein guter Fang, er verstand sein Fach (Danella, Hotel 191); sie versteht es [meisterhaft], andere zu überzeugen; sie versteht (hat die Gabe) zu genießen; da das Geld nie reichte, redete er sich ein, seine Frau verstünde nicht zu wirtschaften (Bredel, Väter 89); er hat es so gut gemacht, wie er es versteht; sie versteht es nicht besser (ugs.; sie tut das nur aus Unbeholfenheit); b) (in etw.) besondere Kenntnisse haben, sich (mit etw., auf einem bestimmten Gebiet) auskennen [u. daher ein Urteil haben]: sie versteht etwas, nichts von Musik; Wer im Seekrieg überleben wollte, musste etwas von Mathematik v. (Ott, Haie 326); Es gab keine Küste, an der sie sich orientieren konnten, nur die Sterne, und von denen verstand keiner von ihnen viel (Funke, Drachenreiter 200); Inzwischen hat er seinem Wirtschaftsminister von neuem bescheinigt, dass dieser von Politik nichts verstehe (Dönhoff, Ära 26); was verstehst du schon von Frauen? (Remarque, Obelisk 302); c) <v. + sich> zu etw. befähigt, in der Lage sein: er versteht sich aufs Dichten; eine so rundliche Frau verstand sich bestimmt aufs Kochen (Fallada, Herr 136); Er versteht sich nicht aufs Sparen (Frisch, Montauk 171); sie verstehe sich noch heute recht gut auf die Violine (könne noch recht gut Violine spielen; Bienek, Erde 290); d) <v. + sich> mit etw. Bescheid wissen, etw. gut kennen u. damit gut umzugehen wissen: sie versteht sich auf Pferde; Wer wollte sich vermessen, er verstünde sich besser auf die Seele des Kriminellen? (Maass, Gouffé 299). 6. <v. + sich> (veraltend) sich mit Überwindung zu etw. doch bereit finden: sich zu einer Entschuldigung, zu Schadenersatz v.

Universal-Lexikon. 2012.

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